PV-Eigenverbrauch statt Einspeisung: Solarstrom in Graz selbst nutzen

Eine Photovoltaikanlage am eigenen Dach rechnet sich vor allem dann, wenn Sie möglichst viel vom erzeugten Strom selbst verbrauchen. Für überschüssigen Strom, den Sie ins Netz einspeisen, erhalten Sie in der Regel deutlich weniger, als Sie für eine Kilowattstunde aus dem Netz bezahlen. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie den PV-Eigenverbrauch in Ihrem Haus in Graz und Umgebung gezielt erhöhen, welche Technik dafür sinnvoll ist und warum die neuen Netztarife ab 2027 das Thema zusätzlich wichtig machen.

PV-Eigenverbrauch statt Einspeisung: worum es geht

Der Eigenverbrauchsanteil beschreibt, wie viel Prozent Ihres Solarstroms direkt im Haus genutzt werden. Der Rest fließt ins öffentliche Netz. Jede selbst genutzte Kilowattstunde ersetzt Strom, den Sie sonst samt Energiepreis, Netzentgelten, Abgaben und Steuern einkaufen müssten. Eingespeister Strom wird dagegen nur mit dem Einspeisetarif Ihres Abnehmers vergütet, der sich je nach Vertrag und Marktlage ändert.

Das Grundproblem kennt jeder PV-Besitzer: Die Anlage liefert mittags am meisten, viele Haushalte verbrauchen aber morgens und abends am meisten. Wer tagsüber außer Haus ist, speist daher oft einen großen Teil ein. Ziel ist also, Verbrauch in die sonnigen Stunden zu verschieben oder Energie für später zu speichern.

Schritt 1: Verbrauch in die Mittagsstunden legen

Die einfachste und günstigste Maßnahme kostet kaum etwas: Geräte mit großem Verbrauch laufen dann, wenn die Sonne scheint.

  • Waschmaschine, Geschirrspüler und Trockner mit Startzeitvorwahl auf die Mittagsstunden programmieren.
  • Warmwasser mit Heizstab oder Wärmepumpe bevorzugt tagsüber bereiten, sofern die Anlage das zulässt.
  • Poolpumpe, Bewässerung und Ladegeräte zeitgesteuert betreiben.

Ein zusätzlicher Anreiz kommt vom Netz: Laut E-Control gibt es für Haushalte und kleine Betriebe seit 2026 den Sommer-Nieder-Arbeitspreis. Von 1. April bis 30. September ist zwischen 10:00 und 16:00 Uhr der Arbeitspreis der Netzentgelte um 20 % niedriger. Voraussetzung ist, dass Ihr Netzbetreiber die Viertelstundenwerte Ihres Smart Meters ablesen kann. Ob das bei Ihnen aktiviert ist, erfahren Sie beim Netzbetreiber oder im Kundenportal.

Schritt 2: Verbraucher automatisch nach Überschuss steuern

Von Hand Geräte einzuschalten funktioniert nur, wenn jemand zu Hause ist. Deutlich mehr bringt eine Steuerung, die den aktuellen Überschuss misst und Verbraucher selbstständig zuschaltet. Grundlage ist ein Energiezähler am Netzanschlusspunkt, der dem Wechselrichter oder dem Energiemanagement laufend meldet, wie viel Strom gerade ins Netz fließt.

Auf dieser Basis lassen sich zum Beispiel Wärmepumpe, Heizstab im Boiler oder Wallbox gezielt ansteuern. In einem Smart Home mit KNX oder einer anderen Gebäudeautomation kann der Überschuss auch Szenen auslösen, etwa die Warmwasserbereitung starten. Mehr dazu auf unserer Seite Smart Home.

Schritt 3: E-Auto mit Solarstrom laden

Ein Elektroauto ist oft der größte flexible Verbraucher im Haus. Eine Wallbox mit PV-Überschussladen passt die Ladeleistung laufend an den verfügbaren Solarstrom an. Steht das Auto tagsüber zu Hause, etwa am Wochenende oder im Homeoffice, steigt der Eigenverbrauch spürbar. Wichtig ist, dass Wallbox, Zähler und Wechselrichter miteinander kommunizieren können. Das sollte vor dem Kauf geklärt werden. Mehr dazu unter Wallbox.

Schritt 4: Batteriespeicher für Abend und Nacht

Ein Batteriespeicher nimmt den Überschuss vom Tag auf und gibt ihn am Abend wieder ab. Damit lässt sich der Eigenverbrauch meist am stärksten erhöhen. Ob und in welcher Größe sich ein Speicher lohnt, hängt von Ihrem Verbrauchsprofil, der Anlagengröße und den Kosten ab. Ein zu großer Speicher wird im Winter kaum voll, ein zu kleiner ist im Sommer schnell erschöpft. Sinnvoll ist daher, zuerst die Verbrauchsdaten auszuwerten, idealerweise die Viertelstundenwerte aus dem Smart Meter. Was sich bei der Förderung von PV und Speichern ab 2027 ändern soll, lesen Sie im Ratgeber EAG-Förderung nach dem letzten Call 2026.

Warum die Netztarife ab 2027 den Eigenverbrauch betreffen

Die E-Control hat im Oktober 2026 die Systemnutzungsentgelte-Grundsatzverordnung erlassen. Sie bildet die Grundlage für die Netzentgelte ab 1. Jänner 2027. Neu ist ein Leistungspreis, der sich am höchsten Viertelstundenwert im Monat orientiert. Für Haushalte wird er je Netzgebiet zwischen 1. Jänner 2027 und spätestens 1. Juli 2028 eingeführt. Laut E-Control ändert sich für einen durchschnittlichen Haushalt ohne leistungsstarke Geräte nichts.

Für Haushalte mit Wallbox oder Wärmepumpe lohnt es sich aber, Lastspitzen zu vermeiden. Genau hier helfen dieselben Werkzeuge wie beim Eigenverbrauch: ein Energiemanagement, das Verbraucher staffelt, und ein Speicher, der kurzfristigen Bedarf abdeckt. Wie hoch die Entgelte im Netzgebiet der Energienetze Steiermark konkret ausfallen, wird in einer eigenen Tarifverordnung festgelegt. Aktuelle Werte erfahren Sie bei der E-Control und Ihrem Netzbetreiber.

Typische Fehler vermeiden

  • Speicher kaufen, ohne vorher den eigenen Verbrauch zu kennen.
  • Wallbox, Wechselrichter und Speicher kombinieren, die nicht miteinander kommunizieren.
  • Zählerplatz und Verteiler ohne Reserve für spätere Erweiterungen planen.
  • Den Überspannungsschutz vergessen. Mehr dazu unter Blitz- und Überspannungsschutz.

So unterstützt Sie ADA ELEKTRO

ADA ELEKTRO plant und installiert in Haselsdorf-Tobelbad, Graz und Umgebung Photovoltaikanlagen mit Batteriespeicher, Wallbox und Energiemanagement aus einer Hand. Wir sehen uns Ihr Verbrauchsprofil an, stimmen die Komponenten aufeinander ab und binden sie auf Wunsch in Ihr Smart Home ein. Mehr dazu finden Sie auf unserer Seite Photovoltaik und Batteriespeicher.

Quellen

  1. E-Control/OTS: Sonnenenergie nutzen und Stromkosten senken
  2. E-Control/OTS: Neue Regeln fu00fcr die Energiewende
  3. ORF: Je flexibler, desto gu00fcnstiger: Neue Regeln fu00fcr Strombezug

Über den Autor

Vladimir Runjo betreut bei ADA ELEKTRO den Bereich Smart Home und KNX-Gebäudeautomation: Planung, ETS-Programmierung, Visualisierung und die Einbindung von PV, Speicher und Wallbox.

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