EAG-Förderung nach dem letzten Call 2026: Was ab 2027 für PV und Speicher geplant ist

Fördersatz je kWp ABCD €

Der dritte und letzte EAG-Fördercall für Photovoltaik und Stromspeicher in diesem Jahr läuft noch bis 22. Oktober 2026. Danach ändert sich laut Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) einiges: Die bekannten Fördercalls mit Wettlauf um Sekunden sollen ab 2027 einem neuen Modell weichen, bei dem der Speicher im Mittelpunkt steht. Was bereits feststeht, was erst geplant ist und was das für Hausbesitzer im Raum Graz bedeutet, fassen wir hier zusammen.

Der letzte Call 2026 in Zahlen

Der dritte Fördercall startete am 8. Oktober 2026 um 17 Uhr mit der Ticketziehung. Gefördert werden neue oder erweiterte PV-Anlagen sowie Stromspeicher, die mit einer PV-Anlage verbunden sind. Laut BMWET stehen insgesamt 38,5 Millionen Euro zur Verfügung. Regulär vorgesehen waren 8 Millionen Euro, aufgestockt wurde mit Restmitteln aus früheren Calls, also mit Geld aus Förderzusagen für Projekte, die nicht oder nur teilweise umgesetzt wurden.

Der Andrang war enorm:

  • Beim zweiten Call 2026 standen knapp 28.000 Anträgen Mittel für rund 3.000 Projekte gegenüber.
  • Beim dritten Call wurden in den ersten zehn Minuten rund 43.300 Tickets gezogen, nach einer Minute waren es bereits rund 19.600.
  • Seit 9. Oktober 2026 können Anträge direkt im EAG-Portal eingebracht werden, ohne vorher ein Ticket zu ziehen. Der Call endet am 22. Oktober 2026.

Diese Zahlen zeigen, warum viele Antragsteller leer ausgehen. Das Ministerium selbst nennt den Andrang als Grund für die Reform.

Was ab 2027 geplant ist

Staatssekretärin Elisabeth Zehetner hat die Eckpunkte für die künftige Förderung vorgestellt. Die wichtigsten Punkte laut BMWET:

  • Speichersystembonus statt klassischem PV-Investitionszuschuss: Gefördert werden soll vor allem der Speicher, sowohl bei neuen PV-Anlagen als auch bei der Nachrüstung bestehender Anlagen.
  • Intelligentes Energiemanagement als Voraussetzung: Der Speicher soll über ein Energiemanagementsystem netz- und systemdienlich betrieben werden. Welche technischen Kriterien genau gelten, ist noch offen.
  • Keine Calls mehr: Statt kurzer Einreichfenster soll ein laufendes Antragsmodell kommen. Der Antrag soll nach Fertigstellung gemeinsam mit der Schlussrechnung gestellt werden.

Laut einer Aussendung des ÖVP-Parlamentsklubs vom 6. Oktober 2026 ist außerdem eine Übergangsregel vorgesehen: Projekte mit intelligentem Speicher, die 2026 keine EAG-Förderung erhalten haben und ab 1. November 2026 abgerechnet oder in Betrieb genommen werden, sollen 2027 in das neue System einbezogen werden.

Was noch nicht feststeht

Wichtig für Ihre Planung: Die Reform ist noch nicht beschlossen. Für die Umstellung muss das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) geändert werden, und dafür ist im Nationalrat eine Zweidrittelmehrheit nötig. Offen sind derzeit unter anderem:

  • die Höhe des Speichersystembonus,
  • das verfügbare Budget,
  • die genauen Anforderungen an das Energiemanagement,
  • der konkrete Starttermin im Jahr 2027.

Der Förderkalender der EAG-Abwicklungsstelle zeigt für Jänner bis Juli 2027 derzeit keine Fördermöglichkeiten. Termine folgen, sobald die gesetzliche Grundlage steht.

Was das für Hausbesitzer bedeutet

Sie planen eine neue PV-Anlage

Wer beim aktuellen Call nicht zum Zug kommt, muss nicht zwingend warten. Die geplante Förderung richtet sich stärker auf den Speicher. Es lohnt sich daher, die Anlage von Anfang an so zu planen, dass ein Speicher und ein Energiemanagementsystem sinnvoll eingebunden werden können: ausreichend Platz im Verteiler, ein passender Wechselrichter, eine saubere Kommunikationsverbindung zwischen Wechselrichter, Speicher, Wallbox und Zähler.

Sie haben bereits eine PV-Anlage

Für Bestandsanlagen ist die Reform interessant, weil auch die Nachrüstung eines Speichers gefördert werden soll. Prüfen Sie, ob Ihr Wechselrichter einen Speicher unterstützt oder ob ein AC-gekoppelter Speicher die bessere Lösung ist. So sind Sie vorbereitet, wenn die Bedingungen veröffentlicht werden.

Rechnungen und Unterlagen gut aufbewahren

Da im neuen Modell nach Fertigstellung mit der Schlussrechnung eingereicht werden soll, werden vollständige Unterlagen noch wichtiger: Rechnung, Datenblätter, Inbetriebnahmeprotokoll und die Daten des Netzbetreibers. Wer auf die Übergangsregel setzen möchte, sollte beachten, dass sie derzeit nur ein Vorschlag ist und die genauen Bedingungen noch nicht veröffentlicht wurden.

Unser Tipp

Treffen Sie die Entscheidung für einen Speicher nicht allein wegen einer möglichen Förderung. Entscheidend ist, wie viel Solarstrom Sie am Abend und in der Nacht selbst nutzen können. Eine gute Planung mit realistischen Verbrauchsdaten zeigt, welche Speichergröße für Ihren Haushalt sinnvoll ist.

So hilft ADA ELEKTRO

Wir planen PV-Anlagen und Speicher im Raum Graz so, dass sie zu Ihrem Verbrauch passen und für ein Energiemanagement vorbereitet sind. Bei Bestandsanlagen prüfen wir, wie sich ein Speicher nachrüsten lässt. Sobald die neuen Förderbedingungen feststehen, sagen wir Ihnen, was davon auf Ihr Projekt zutrifft. Mehr dazu auf unserer Seite Photovoltaik und Batteriespeicher.

Quellen

  1. BMWET: Letzter EAG-PV-Fu00f6rdercall startet am 8. Oktober
  2. BMWET/OTS: 43.300 Tickets in zehn Minuten
  3. u00d6VP-Parlamentsklub/OTS: Neue EAG-Fu00f6rderung stellt Speicher in den Mittelpunkt
  4. EAG-Abwicklungsstelle: Fu00f6rderkalender

Über den Autor

Vladimir Runjo betreut bei ADA ELEKTRO den Bereich Smart Home und KNX-Gebäudeautomation: Planung, ETS-Programmierung, Visualisierung und die Einbindung von PV, Speicher und Wallbox.

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