Der Smart Meter hängt in fast jedem Haushalt, genutzt wird er kaum. Dabei entscheidet er seit 2026 mit darüber, wie viel Sie für Strom zahlen. Zwei Neuerungen sind für Haushalte mit PV, Speicher oder E-Auto besonders interessant.
Neu seit April 2026: günstigeres Netz zu Mittag
Von April bis September ist der Arbeitspreis des Netzentgelts täglich zwischen 10 und 16 Uhr um 20 % günstiger („Sommer-Nieder-Arbeitspreis“). Das gilt für Haushalte und kleine Betriebe auf Netzebene 7 und wird automatisch verrechnet, allerdings nur, wenn der Netzbetreiber Ihren Smart Meter in Viertelstundenwerten ausliest.
Unser Tipp: Prüfen Sie im Kundenportal Ihres Netzbetreibers, ob Viertelstundenwerte aktiviert sind. In der Steiermark war der Smart-Meter-Ausbau bei Energienetze Steiermark Anfang 2026 bei rund 85 % der Zählpunkte.
Dynamische Tarife: Strompreis nach Börse
Bei einem dynamischen Tarif folgt der Energiepreis stündlich dem Day-ahead-Preis der Strombörse. Netzentgelte, Steuern und Abgaben kommen dazu. Typisch ist Strom in der Nacht und zu Mittag günstig, am Abend zwischen 17 und 20 Uhr teuer. Größere Stromlieferanten müssen laut ElWG mindestens einen dynamischen Tarif anbieten. Niemand muss aber wechseln.
{{photo:smarthome-detail-2.jpg|Raumthermostat und Präsenzmelder|Ein Smart Home kann Verbraucher automatisch in günstige Stunden verschieben.}}
Für wen sich das rechnet und für wen nicht
| Haushalt | Dynamischer Tarif |
|---|---|
| E-Auto, das nachts oder zu Mittag lädt | meist vorteilhaft |
| Wärmepumpe mit SG-Ready und PV | meist vorteilhaft |
| Batteriespeicher mit intelligenter Ladesteuerung | kann sich lohnen |
| Kein verschiebbarer Verbrauch, viel Strom am Abend | eher nicht |
Das Risiko: Preisspitzen wie 2022 schlagen direkt durch. Viele Spot-Tarife haben nur ein Monat Bindung. Sie können also testen und wieder wechseln. Verbraucherschützer empfehlen eine Testphase von sechs bis zwölf Monaten.
Wie Technik den Unterschied macht
Ein dynamischer Tarif bringt nur dann etwas, wenn Verbraucher zur richtigen Zeit laufen. Händisch macht das niemand auf Dauer. Drei Bausteine helfen:
- Wallbox mit Ladesteuerung: lädt mit PV-Überschuss oder in der günstigsten Stunde.
- Speicher mit Energiemanagement: deckt die teure Abendspitze aus Solarstrom.
- KNX Smart Home: schaltet Boiler, Pool oder Wärmepumpe nach Preis- oder PV-Signal, lokal und nachvollziehbar.
Wir planen diese Steuerung bei neuen Anlagen gleich mit und rüsten sie in bestehenden Häusern nach.