Autor: Vladimir Runjo

  • EAG-Förderung 2026: Was der letzte Fördercall bringt und wie Sie sich auf 2027 vorbereiten

    Der dritte EAG-Fördercall 2026 für Photovoltaik und Stromspeicher ist am 8. Oktober um 17:00 Uhr gestartet und endet am 22. Oktober 2026 um 23:59 Uhr. Es ist der letzte Call in diesem Jahr. Wer jetzt nicht einreicht, wartet auf die Termine für 2027.

    Die Fördersätze 2026 auf einen Blick

    Der EAG-Investitionszuschuss ist ein einmaliger Zuschuss des Bundes. Er wird pro kWp Modulleistung und pro kWh Speicherkapazität berechnet:

    Kategorie Anlagengröße Fördersatz
    A bis 10 kWp 150 €/kWp
    B über 10 bis 20 kWp 140 €/kWp
    C über 20 bis 100 kWp max. 130 €/kWp (Bieterverfahren)
    D über 100 kWp max. 120 €/kWp (Bieterverfahren)
    Speicher mind. 0,5 kWh je kWp, bis 50 kWh 150 €/kWh

    Insgesamt ist die Förderung mit 30 % der förderfähigen Investitionskosten gedeckelt, getrennt für PV-Anlage und Speicher. Für Module, Wechselrichter und Speicher aus europäischer Fertigung gibt es einen Zuschlag von jeweils 10 % auf den Fördersatz.

    Ein Rechenbeispiel aus dem Alltag

    Ein Einfamilienhaus in Graz-Umgebung mit 8 kWp und einem 8-kWh-Speicher fällt in Kategorie A:

    • PV: 8 kWp × 150 € = 1.200 €
    • Speicher: 8 kWh × 150 € = 1.200 €
    • Zusammen: 2.400 €, sofern die 30-%-Grenze nicht greift

    Mit unserem PV-Schnellrechner sehen Sie, wie viel Eigenverbrauch und Ersparnis Ihre Anlage bringt.

    {{photo:pv-detail-1.jpg|Montage der Unterkonstruktion einer PV-Anlage|Wichtig: Vor dem Förderantrag darf die Anlage montiert, aber noch nicht in Betrieb genommen werden.}}

    Fünf Regeln, an denen Anträge scheitern

    1. Inbetriebnahme erst nach dem Antrag. Bestellen und montieren ist erlaubt, Strom erzeugen und einspeisen noch nicht.
    2. Zählpunkt vorab. Ein bestätigter Einspeisezählpunkt vom Netzbetreiber muss beim Antrag vorliegen. Planen Sie dafür genügend Vorlauf ein.
    3. Tempo zum Call-Start. In den Kategorien A und B entscheidet der Zeitpunkt der Ticketziehung. Danach bleiben 14 Tage, um den Antrag zu vervollständigen.
    4. Speicher nur mit neuer PV. Ein Speicher allein, etwa zur Nachrüstung, wird über den EAG-Zuschuss nicht gefördert.
    5. Frist nach der Zusage. Anlagen bis 100 kWp müssen innerhalb von sechs Monaten nach der Zusage in Betrieb gehen.

    So sind Sie für 2027 vorbereitet

    Termine und Fördersätze für 2027 sind noch nicht veröffentlicht. Wer im Winter plant, ist beim ersten Call im Frühjahr trotzdem vorne dabei:

    • Stromverbrauch der letzten zwölf Monate aus der Jahresabrechnung oder dem Smart-Meter-Portal holen
    • Dach prüfen lassen: Zustand, Statik, Ausrichtung, Verschattung
    • Angebot mit Festpreis einholen und die Anlagengröße fixieren
    • Netzzugang und Zählpunkt beantragen (übernehmen wir für Sie)
    • Gleich mitdenken: Speicher, Wallbox und spätere Wärmepumpe

    Beachten Sie auch die neuen Regeln des Stromgesetzes ab 2027. Was sich für neue PV-Anlagen ändert, lesen Sie in unserem Beitrag zum neuen Stromgesetz ElWG.

    Alle Angaben ohne Gewähr, Stand 9. Oktober 2026. Maßgeblich sind die Bedingungen der EAG-Abwicklungsstelle zum Zeitpunkt der Antragstellung.
  • Neues Stromgesetz ElWG: Was sich ab 2027 für Photovoltaik-Anlagen ändert

    Das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG), auch „Günstiger-Strom-Gesetz“ genannt, hat der Nationalrat am 11. Dezember 2025 beschlossen. Die für PV-Anlagen wichtigsten Punkte greifen ab 1. Jänner 2027. Hier ist, was Sie als Hausbesitzerin oder Hausbesitzer wissen müssen.

    1. Spitzenkappung: maximal 70 % Einspeisung

    Bei neuen oder erweiterten PV-Anlagen dürfen Netzbetreiber die Einspeiseleistung auf bis zu 70 % der Modulspitzenleistung begrenzen. Eine 10-kWp-Anlage speist dann höchstens 7 kW ins Netz ein. Bestehende Anlagen sind davon nicht betroffen.

    Klingt nach Verlust, ist es meist nicht: Eine Anlage erreicht ihre volle Spitzenleistung nur an wenigen Stunden im Jahr. Laut Branchenangaben liegt der Ertragsverlust bei Hausanlagen in der Regel deutlich unter 1 %. Mit Speicher, Wallbox oder Wärmepumpe wird der Strom über der Grenze ohnehin im Haus verbraucht. Ab 2028 ist zusätzlich eine dynamische Variante geplant, die sich am tatsächlichen Netzzustand orientiert.

    {{photo:pv-detail-2.jpg|Wechselrichter und Speicher im Technikraum|Mit Speicher und Energiemanagement wird Leistung über der Einspeisegrenze im Haus genutzt statt abgeregelt.}}

    2. Netzanschluss: bis 15 kW ohne Anschlussentgelt

    Für Einspeiseanlagen bis 15 kW fällt kein Netzanschlussentgelt an. Bei größeren Anlagen wird nur die Leistung über 15 kW verrechnet. Für typische Einfamilienhäuser mit 6 bis 12 kWp ist das eine gute Nachricht.

    3. Neues Entgelt für Einspeiser, mit Ausnahme

    Ab 2027 kommt ein Entgelt für die Einspeisung ins Netz. Die Höhe wird jährlich per Verordnung festgelegt. Einspeisungen aus Anlagen bis 20 kW sind davon ausgenommen. Betroffen sind also vor allem größere Gewerbe- und Landwirtschaftsanlagen.

    4. Speicher werden aufgewertet

    Stromspeicher sind für 20 Jahre von Netznutzungs- und Netzverlustentgelten auf der Bezugsseite befreit. Für Hausspeicher hinter dem Zähler ändert das wenig. Die Richtung ist aber klar: Strom soll dort genutzt werden, wo er entsteht.

    Was das für Ihre Planung bedeutet

    • Eigenverbrauch zuerst: Die Anlage wird nach Ihrem Verbrauch geplant, nicht nach der maximalen Dachfläche.
    • Wechselrichter mit Einspeisebegrenzung: Die Begrenzung muss technisch sauber umgesetzt sein. Das stimmen wir bei der Anmeldung mit Energienetze Steiermark ab.
    • Verbraucher steuern: Wallbox, Warmwasser und Wärmepumpe laufen bevorzugt, wenn die Sonne scheint. Das geht mit KNX oder einem Energiemanager.
    • Erweiterung bedenken: Wer eine bestehende Anlage erweitert, fällt mit der Erweiterung unter die neuen Regeln.

    Viele Details regeln noch Verordnungen und die technischen Vorgaben der Netzbetreiber. Wir halten uns laufend auf dem Stand und berücksichtigen sie in jedem Angebot.

    Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung. Stand 2. Oktober 2026.
  • Smart Meter und dynamische Stromtarife: Wann sich Speicher und Wallbox doppelt rechnen

    Der Smart Meter hängt in fast jedem Haushalt, genutzt wird er kaum. Dabei entscheidet er seit 2026 mit darüber, wie viel Sie für Strom zahlen. Zwei Neuerungen sind für Haushalte mit PV, Speicher oder E-Auto besonders interessant.

    Neu seit April 2026: günstigeres Netz zu Mittag

    Von April bis September ist der Arbeitspreis des Netzentgelts täglich zwischen 10 und 16 Uhr um 20 % günstiger („Sommer-Nieder-Arbeitspreis“). Das gilt für Haushalte und kleine Betriebe auf Netzebene 7 und wird automatisch verrechnet, allerdings nur, wenn der Netzbetreiber Ihren Smart Meter in Viertelstundenwerten ausliest.

    Unser Tipp: Prüfen Sie im Kundenportal Ihres Netzbetreibers, ob Viertelstundenwerte aktiviert sind. In der Steiermark war der Smart-Meter-Ausbau bei Energienetze Steiermark Anfang 2026 bei rund 85 % der Zählpunkte.

    Dynamische Tarife: Strompreis nach Börse

    Bei einem dynamischen Tarif folgt der Energiepreis stündlich dem Day-ahead-Preis der Strombörse. Netzentgelte, Steuern und Abgaben kommen dazu. Typisch ist Strom in der Nacht und zu Mittag günstig, am Abend zwischen 17 und 20 Uhr teuer. Größere Stromlieferanten müssen laut ElWG mindestens einen dynamischen Tarif anbieten. Niemand muss aber wechseln.

    {{photo:smarthome-detail-2.jpg|Raumthermostat und Präsenzmelder|Ein Smart Home kann Verbraucher automatisch in günstige Stunden verschieben.}}

    Für wen sich das rechnet und für wen nicht

    Haushalt Dynamischer Tarif
    E-Auto, das nachts oder zu Mittag lädt meist vorteilhaft
    Wärmepumpe mit SG-Ready und PV meist vorteilhaft
    Batteriespeicher mit intelligenter Ladesteuerung kann sich lohnen
    Kein verschiebbarer Verbrauch, viel Strom am Abend eher nicht

    Das Risiko: Preisspitzen wie 2022 schlagen direkt durch. Viele Spot-Tarife haben nur ein Monat Bindung. Sie können also testen und wieder wechseln. Verbraucherschützer empfehlen eine Testphase von sechs bis zwölf Monaten.

    Wie Technik den Unterschied macht

    Ein dynamischer Tarif bringt nur dann etwas, wenn Verbraucher zur richtigen Zeit laufen. Händisch macht das niemand auf Dauer. Drei Bausteine helfen:

    • Wallbox mit Ladesteuerung: lädt mit PV-Überschuss oder in der günstigsten Stunde.
    • Speicher mit Energiemanagement: deckt die teure Abendspitze aus Solarstrom.
    • KNX Smart Home: schaltet Boiler, Pool oder Wärmepumpe nach Preis- oder PV-Signal, lokal und nachvollziehbar.

    Wir planen diese Steuerung bei neuen Anlagen gleich mit und rüsten sie in bestehenden Häusern nach.

    Tarifangaben ohne Gewähr, Stand September 2026. Konditionen Ihres Lieferanten und Netzbetreibers gehen vor.
  • Wallbox 2026: PV-Überschussladen, Lastmanagement und der Stand beim bidirektionalen Laden

    Eine Wallbox ist schnell montiert. Ob sie Geld spart, entscheidet sich aber an drei Fragen: Wie viel Leistung brauchen Sie wirklich? Lädt sie mit Solarstrom? Und verträgt der Hausanschluss das Laden, während Herd und Wärmepumpe laufen?

    11 kW reichen fast immer

    Mit 11 kW lädt ein E-Auto über Nacht mehr als genug für den Pendleralltag. 22 kW brauchen einen entsprechend dimensionierten Anschluss, sind beim Netzbetreiber häufiger genehmigungspflichtig, und viele Autos laden ohnehin nur mit 11 kW. Wir empfehlen 22 kW nur, wenn mehrere Fahrzeuge kurz hintereinander laden müssen.

    PV-Überschuss: Die Phasenumschaltung macht den Unterschied

    Ein E-Auto braucht mindestens 6 Ampere Ladestrom. Dreiphasig sind das rund 4,1 kW. So viel Überschuss hat eine Hausanlage im Frühjahr und Herbst oft nicht. Einphasig reichen schon rund 1,4 kW. Wallboxen mit automatischer Phasenumschaltung nutzen deshalb deutlich mehr eigenen Solarstrom, besonders bei kleineren Anlagen.

    Voraussetzung ist eine Verbindung zwischen Wallbox und Wechselrichter oder Energiemanager. Diese Anbindung richten wir bei jeder Installation ein. Als KEBA-zertifizierter Partner installieren wir die KeContact-Serien P30 und P40.

    {{photo:wallbox-detail.jpg|Montierte KEBA-Wallbox|Sauber montiert und mit dem Energiemanagement verbunden: So lädt das Auto bevorzugt mit Solarstrom.}}

    Lastmanagement: Laden ohne teuren Anschluss-Ausbau

    Laufen Wallbox, Herd, Wärmepumpe und Sauna gleichzeitig, kann der Hausanschluss an seine Grenze kommen. Ein Lastmanagement regelt die Ladeleistung automatisch herunter. In Mehrparteienhäusern und Betrieben verteilt es die verfügbare Leistung auf mehrere Ladepunkte. Das ist oft günstiger als eine Erhöhung der Anschlussleistung.

    Bidirektionales Laden: vorbereiten, noch nicht kaufen

    Beim bidirektionalen Laden gibt das Auto Strom an das Haus (V2H) oder das Netz (V2G) zurück. Die Idee ist bestechend: Die Autobatterie ist oft größer als jeder Hausspeicher. In Österreich ist die Technik 2026 aber noch nicht alltagstauglich. Hersteller wie Fronius arbeiten an Prototypen und verweisen auf fehlende einheitliche Standards.

    Unsere Empfehlung: Planen Sie bei Neubau und Sanierung Leerverrohrung und ausreichenden Leitungsquerschnitt zum Stellplatz ein. Dann lässt sich eine bidirektionale Wallbox später ohne Stemmarbeiten nachrüsten.

    Checkliste vor dem Kauf

    • Ladeleistung passend zu Auto und Hausanschluss (meist 11 kW)
    • PV-Überschussladen mit Phasenumschaltung
    • Lastmanagement, wenn weitere große Verbraucher im Haus sind
    • Für Dienstwagen: MID-konformer Zähler zur Abrechnung
    • Anmeldung beim Netzbetreiber (übernehmen wir für Sie)

    Wie Sie zusätzlich mit einem dynamischen Stromtarif sparen, lesen Sie im Beitrag Smart Meter und dynamische Stromtarife.

  • KNX oder Matter? Was ein Smart Home 2026 wirklich zukunftssicher macht

    Eine der häufigsten Fragen in unseren Beratungen: „Brauche ich noch KNX, wenn es jetzt Matter gibt?“ Die kurze Antwort: Ja, wenn Sie ein Haus für die nächsten 20 Jahre bauen. Die längere Antwort zeigt, warum beide Systeme gut zusammenpassen.

    Zwei Systeme, zwei Aufgaben

    KNX Matter
    Wofür Licht, Beschattung, Heizung, Sensorik: das Haus selbst Einzelgeräte wie Lampen, Steckdosen, Lautsprecher
    Übertragung Busleitung, zusätzlich IP WLAN, Thread, Ethernet
    Planung vor dem Estrich, mit ETS programmiert jederzeit nachrüstbar
    Auswahl über 8.000 zertifizierte Produkte von über 500 Herstellern wachsend, vor allem Consumer-Geräte

    Die KNX Association selbst sieht Matter als Ergänzung, nicht als Ersatz: KNX bildet das Rückgrat, Matter bringt Konsumgeräte ins System. Genau so planen wir.

    Was KNX im Alltag besser kann

    • Läuft ohne Internet und ohne Cloud. Fällt der Router aus, funktionieren Lichtschalter, Storen und Heizung trotzdem.
    • Unabhängig vom Hersteller. Taster von Gira, Aktoren von ABB, Wetterstation von Hager, alles in einem System.
    • Logik im Haus. Storen fahren bei Wind hoch, Heizung reagiert auf offene Fenster, Licht auf Anwesenheit.
    • Sicherheit. Mit KNX Secure werden Telegramme verschlüsselt und authentifiziert. Das ist wichtig, sobald das Haus per IP erreichbar ist.

    {{photo:smarthome-detail-1.jpg|KNX-Touchpanel an der Wand|Ein Touchpanel je Geschoß, dazu App-Zugriff: Bedienung, wie sie unsere Kunden täglich nutzen.}}

    Fünf Entscheidungen vor dem Estrich

    1. Busleitung zu jedem Raum, auch dorthin, wo heute noch nichts geplant ist.
    2. Beschattung motorisch vorbereiten: Leitungen zu jedem Fenster mit Raffstore oder Rollladen.
    3. Verteiler groß genug für Aktoren und Reserven. Ein zu kleiner Verteiler ist die teuerste Sparmaßnahme.
    4. Netzwerk sternförmig zu Panels, Access Points und Kameras.
    5. Energie einbinden: Zähler, Wechselrichter und Wallbox sollen Daten an die Visualisierung liefern.

    Und Matter?

    Matter-Geräte binden wir über die Visualisierung oder passende Gateways ein, etwa eine Stehlampe oder smarte Steckdosen. So bleibt das Haus stabil im KNX, und Sie können trotzdem Geräte aus dem Elektronikmarkt nutzen.

    Wie sich eine KNX-Bedienung anfühlt, zeigt unsere VRSEO Live-Demo. Das ETS-Projekt und die vollständige Dokumentation bekommen Sie bei der Übergabe. Ihre Anlage gehört Ihnen.